Jutta Rebmann: Frauenwege in Böblingen

Fliegerin Elly Beinhorn: eine der Frauen, die Jutta Rebmann vorstellt

Jutta Rebmann ist eine Böblinger Institution. Wenn es in ferner Zukunft wieder einmal eine Veranstaltung wie die „Frauenwege“ in Böblingen geben sollte, so müsste der Weg auch an Jutta und Walter Rebmanns Haus vorbeiführen. So vieles hat da seinen Ausgang genommen – und zwar, nachdem Bücher durchgeblättert, Postkartenalben gesichtet und  historische Sammlungen aller Art durchforstet  und leidenschaftliche Diskussionen und zahllose Telefonate geführt worden waren.

Böblinger Identität

Dies alles immer auf der Spur der Böblinger Identität. Walter Rebmann ist schon 2003  gestorben, aber Jutta Rebmann hat emsig und unermüdlich und mit hohem Output das gemeinsame Werk weiter vorangetrieben. Es geht ihr darum, nichts, aber auch gar nichts in Vergessenheit geraten zu lassen, was wichtig war oder ist für die Stadt, die sie als gebürtige Lübeckerin heute als ihre Heimatstadt begreift.

Die Schriftstellerin Jutta Rebmann

Jutta Rebmann ist Schriftstellerin, sie hat nicht wenige vielgelesene Romane verfasst, die herausragende Frauengestalten (nicht nur) aus dem Umfeld Böblingens lebendig werden lassen und ist auch dafür (zusammen mit ihrem Mann, dieser posthum) mit dem Kulturpreis der Stadt 2004 geehrt worden. Die Autorin hat viel für die Historienliteraturfans getan: Angelika Kaufmann, Fanny Mendelssohn, Julie Gundert und die schöne Friederike sind nur eine Auswahl der Charaktere, die sie frisch und lebendig in ihren Büchern in Szene gesetzt hat.

Böblinger Frauenwege

Beide Rebmanns haben 1997 die Broschüre „Frauenwege in Böblingen“ herausgebracht, in der Dorothea Finken (wer kennt sie heute noch?), die Adelsdamen Mechthild, Barbara und Franziska, die schwarze Hofmännin, die ungewöhnlich einflussreiche Bürgerin Friederike Braun, die Professorin Hildegard Gauger und die Fliegerin Elly Beinhorn und natürlich viele andere mehr portraitiert werden.

Aus eigener Erfahrung: Es ist wirklich überaus lohnend, mit der kundigen und eloquenten Jutta Rebmann in auf den Straßen und Gassen zu wandeln, die diese herausragenden Frauengestalten einstmals begangen haben. Man spürt nicht nur die Macht der Historie, sondern auch eine gewisse Verpflichtung, solcherart Lebens- Wege in Gegenwart und Zukunft weiter zu verfolgen. Und ganz gewiss wird man sich dabei nicht langweilen: Jutta Rebmanns allzeit spitze Zunge, ihre temperamentvolle Erzählkunst und ihr beeindruckendes Wissen garantieren einen vergnüglichen Nachmittag.

Foto: privat. Werke von Jutta Rebmann.

Frauenwege in Böblingen. Spaziergang durch die Stadt mit Jutta Rebmann, Sonntag, 15.10., 15.00 Uhr Rathaus Böblingen, Marktplatz

 

schreibt seit 2000 vor allem Kurzgeschichten kriminaler Prägung. Eigener Blog unter www.nessaaltura.de. Freut sich, "dass bei den Literaturtagen viel Regionales geboten wird".

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