Eröffnung der Literaturtage und Böblinger Kulturpreisverleihung

Michael Kleeberg bei der Eröffnungsrede

Am Montagabend war es endlich so weit: Die 34. Baden-Württembergischen Literaturtage wurden eröffnet. Der Abend war kurzweilig und amüsant. Alle Reden waren inspirierend – was ja nicht immer der Fall ist. Kurzum, ich fand, ein gelungener Startschuss.

Der Böblinger Kulturpreis

Michael Kleebergs Festrede überzeugte alle, die gespannt seiner angenehmen Stimme lauschten – war sie doch selbstironisch, uneitel und fein formuliert, voller kluger Beobachtungen zu unserem Böblingen. Einer der Zuhörer meinte am Ende gar, „ein Hauch Weltliteratur“ habe über dessen Text geschwebt. Wie schön, denkt man da gerührt, dass all dies hier bei uns seinen Ausgang nahm…

 

Uniforme Rücken können auch entzücken

Die erste Reihe war wie oft (fast) durchgehend anzugtragend – die Damen Landtagsabgeordnete Walker und Kulturstaatssekretärin Olschowski die einzigen Ausnahmen. In den Reihen dahinter wurde es naturgemäß bunter, zumal einige der früheren Kulturpreisträgerinnen und Kulturpreisträger anwesend waren.

Literaturpreise und Literaturtage

In den folgenden Wochen also wird es ausschließlich um Literatur gehen – wenn es sich  um das Veröffentlicht-Werden und Ausgezeichnet-Werden dreht, eine eher männliche Domäne, wenn es ums Schreiben und Lesen geht, eine eher weibliche. Unter den bisher 113 Literatur-Nobel-Preisträgern gibt es nur 14 Frauen. Und 2017 ist da keine Ausnahme: den (hoch dotierten) Nobelpreis bekommt der britische Japaner Ishiguro, den (milde dotierten) Friedenspreis des deutschen Buchhandels seine kanadische Mitbewerberin Atwood.

Immerhin. Deutscher Buchhandel. Eine Frau aus Kanada (die übrigens auch noch sehr spannend und durchaus populär schreibt). Wir freuen uns darüber.

 

Privater Erkenntnisgewinn auf dem heimischen Sofa

Der Sommer geht, die Zeit zum Lesen kommt

Wie meinte Staatssekretärin Olschowski in ihrer engagierten Ansprache? Wenn der Sommer geht, kommt die Zeit zum Lesen. Und, so denke ich, vielleicht  auch zum Erkenntnisgewinn auf dem Sofa: Sollte man nicht doch eines der Bücher von Michael Kleeberg zur Hand nehmen und ein bisschen über uns und das Leben in unseren Städten nachdenken?

Wie wandelt sich die Stadt, die Welt und wie wandeln wir uns selbst? Oder bleiben wir gar immer die alten?

Fotos von oben nach unten: Bischof/KRZ, Andrea Vogelgsang, thought catalogue (Unsplash) und mehr zu Literaturpreisen von Männern und Frauen.  Und zu Margaret Atwood und Kazuo Ishiguro. Von Atwoods Roman über eine Magd in einem fiktiven totalitären Staat gibt es demnächst eine neue US Serie.

www.schreibarbeit2017.de

schreibt seit 2000 vor allem Kurzgeschichten kriminaler Prägung. Eigener Blog unter www.nessaaltura.de. Freut sich, "dass bei den Literaturtagen viel Regionales geboten wird".

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