Entführung ins Reich der Fantasie

Am 26.10.2017 um 11 Uhr fand im Oberlichtsaal bei der Stadtbibliothek Sindelfingen für Schulklassen 8 und 9 eine Lesung von Nina Blazon statt, einer für das Genre bekannten Fantasy-Autorin.

Nina Blazon liest aus ihrem Buch „Der Winter der schwarzen Rosen“

Die Jagd nach dem signierten Buch

Dies eröffnete eine von ihrer Größe im Vorfeld nicht abzusehende Mission. Im Vorhinein wurde ich nämlich von einer Freundin begeistert gefragt, ob ich ihr ein signiertes Exemplar des neuesten Buches, aus dem Nina Blazon lesen würde, besorgen konnte. Die Mission begann! Als ich eine Dreiviertelstunde vorher erfahren hatte, dass es keine Exemplare zu kaufen geben würde, machte ich mich schleunigst auf den Weg zur nächstgelegenen und im näheren Umkreis auch einzigen Buchhandlung; für eine Kollegin sollte ich ebenfalls eines besorgen, die von der Signier-Idee begeistert war.

Nun kam ich also in der Buchhandlung an…stöberte selbst ein wenig, bis ich mich dann trotz nur groben Überblickes doch etwas verzweifelt ob der Nichtsichtung eines Blazon-Buches an die Mitarbeiter wendete. Diese sagten mir nach ihrer Recherche, dass weder „Der Winter der schwarzen Rosen“ noch irgendein anderes Buch von Nina Blazon vorrätig war, was in mir mulmige Gefühle auslöste, konnte ich doch so dem Signier-Wunsch nicht nachkommen. Ein völlig anderes Fantasybuch zu kaufen von einer anderen Autorin oder einem anderen Autor wäre ja schließlich Hochverrat!

Ansprechendes Buchcover mit noch ansprechenderem Inhalt

Also trat ich die Rückreise zur Stadtbibliothek an, um dort die sorgenvolle Neuigkeit zu verbreiten. Ich hatte aber eine geniale andere Idee, und zwar suchte ich ganz schnell das Buchcover, um es auszudrucken und als Karte gefaltet innen unterschreiben zu lassen. Als es dann spontan früher als erwartet zur Lesung ging (ca. 10:45 Uhr), war ich zum Glück mit all den „Vorbereitungen“ fertig und konnte in freudiger Erwartung hochgehen, da ich selbst Fantasy gern mag und mich auf die Lesung freute.

 Beginn der Lesung

Frau Blazon fing mit einem Exkurs mit ihrem für Deutsche doch etwas schwereren Nachnamen an (wie man ihn denn nun richtig ausspricht). Ob englisch Bläjson, oder französisch Blasó, der Interpretationsspielraum ist groß. Sie verriet uns, dass es in Wahrheit Blaschón heißt, da sie mit 4 Jahren aus Slowenien („winzigstes Land, das man sich vorstellen kann“) nach Deutschland kam. Ein kleiner Witz auch noch hierzu, den sie erzählte: Wenn jemand fragt, was man an einem bestimmten Tag macht und dann die Antwort gibt: „Nach Slowenien reisen und die ganze Landschaft ansehen“, könnte man als Gegenantwort dann öfter hören: „Und was machen Sie heute Nachmittag?“.

Vor der Lesung bzw. zwischen den ausgewählten Abschnitten, die sie las, erzählte sie immer etwas zu ihren Charakteren und beantwortete gern die in der Schülerrunde gestellten interessierten Fragen, derer es erfreulicherweise recht viele gab!

Bisher hat sie 31 Bücher geschrieben, wie sie sagt. Auch berichtete sie von ihrem Autorenleben, wie der Alltag und die Arbeit aussieht und wie viele Menschen eigentlich an einem Buch mitarbeiten. Ihre Ideen für ihre Fantasyromane bekommt sie von vielen Märchen und Sagen, die sie zeit ihres Lebens gerne liest.
Sie schreibt außer Fantasy übrigens auch Krimis und Historienromane.

Magie ihrer Worte und Stimme

Während sie las, war es ganz still. Sie verzauberte uns alle mit ihrer angenehmen und schönen Stimme, die uns mitnahm auf eine Reise in ihr Buch, in die fantastische Landschaft und die vielschichtigen Charaktere. Als sie in jeder kleinen Pause eine neue Fragerunde eröffnete, wurden wir alle erst wieder richtig „wach“ und in die Wirklichkeit zurückgerufen, von der sie uns aber blitzschnell auch wieder entführen konnte bei dem nächsten Leseabschnitt!

Die Jagd geht weiter

Als es dann vorbei war, ging ich schnell mit meinen vorher ausgedruckten Buchcoverkarten zu ihr hin, um sie zu bitten, es mir zu unterschreiben. Sie war sehr freundlich und machte den Vorschlag, dass man es ja statt als Karte vorne unterschreiben könnte, um es dann ins später besorgt werden sollende Buch zu kleben. Gesagt, getan, die Jagd hatte geendet.

Das formvollendete Autogramm obendrein!

Doch dann!! Als ich etwas später wieder nach unten ging, kam die ebenfalls ein signiertes Buch gewollt habende Kollegin zu mir und legte mir ein signiertes Exemplar von „Der Winter der schwarzen Rosen“ auf meinen Tisch! Sie war wohl zu einem anderen Buchladen gehetzt in der Zeit, um noch Bücher zu besorgen und die Autorin auch noch zu erwischen für die Signierung.

Es ging also alles gut aus, im doppelten Sinne! Es war eine wundervolle Lesung. Was bleibt noch zu sagen als: „Lasst den Winter kommen!“ ?

Buchtipps:
Nina Blazon – „Der Winter der schwarzen Rosen“
Nina Blazon – Irgendein anderes Buch

 

Fotos: Elisabeth Winkler

www.ninablazon.de

 

27 Jahre alt, Mitarbeiterin in der Sindelfinger Stadtbibliothek seit 2016. Findet gut, „auf ganz unterschiedlichen Kanälen das Interesse für Literatur zu wecken."

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