Gottlieb Daimler – Lesung mit Überraschungseffekt

Karl-Otto und Renate Völker bei der Lesung

Den Auftakt der Reihe „Schwäbische Erfinder & Tüftler“ (weitere Termine speziell dieser Reihe siehe unten) machte am 17.10.2017 um 19:30 Uhr eine Lesung von Renate und Karl-Otto Völker aus ihrem Buch „Gottlieb Daimler – ein bewegtes Leben“.

Wieso heißt Mercedes Mercedes?
Wieso ist der typische Stern das Symbol der Wahl und was bedeutet er?
Wann fing die Lesung in Wahrheit an?
Wie kam es zur Daimler Benz AG?

Diese und weitere Fragen kamen auf und/oder wurden an diesem Abend geklärt.

Das Abenteuer beginnt

Allein das Hinkommen war hier spektakulär und abenteuerlich, zumindest sofern man kein Auto besaß. Nachdem ich kreuz und quer durch Böblingen getourt war, sowohl im i-Punkt als auch bei verschiedenen Busfahrern und anderen Personen nachgefragt als auch im Internet nachgeschaut hatte, und keiner so recht irgendetwas gewusst hat bzw. es anscheinend tatsächlich keinen Shuttlebus mehr gab um diese Zeit, machte ich mich auf, mit Stadtplan, Handy, Bus und Beinen die Stadt zu erkunden bzw. zu diesem Kundencenter in Sindelfingen zu gelangen. Nach gefühlt einigen Kilometern war es soweit und ich sah die leuchtende Aufschrift „Kundencenter“ in der Ferne, was höchste Glücksgefühle auslöste, zumal es auch noch rechtzeitig erreicht wurde!

19:30 Uhr war der Beginn der Lesung (so dachte man), im Mercedes Benz Kundencenter. Dort fanden sich nach und nach immer mehr kleine Grüppchen ein, jedoch wusste keiner so recht, wo denn die Lesung stattfinden sollte. Man wartete also, schaute sich um, entdeckte so einige Modelle, bis es dann auf den punktgenauen Beginn zuging und es unruhiger wurde…

Begehrenswerte Ausblicke

Der Bus aus dem Nichts

Es ging nur noch um Sekunden…doch plötzlich fuhr ein Bus vor! Alle gingen nacheinander hinaus. Wir wurden begrüßt und in diesen Bus gebeten, der uns über das Gelände fuhr von Tor 8 bis zu Halle 46. Die Stimmung heiterte sich darin wieder auf, den Anfang machte die Ansage, dass man im Mercedes Benz Werk nicht alleine auf die Toilette dürfe, sondern immer nur mit Begleitung. Auch musste man „Warnwesten“ anziehen, um als Besucher kenntlich gemacht zu werden und weniger schnell verloren gehen zu können.

Mit dem Bus zur Lesung – ein seltener Service

Irgendwann kamen wir an einem großen Schild vorbei, auf dem stand: „Was Frauen wollen…“. Die Antwort war an diesem Abend ausnahmsweise allen klar: einen Mercedes!!!

Werksführung oder Lesung – das war hier die Frage!

Es ging nun in die einzige Montagehalle für die S-Klasse, wo das „aus unserer Sicht beste Automobil der Welt“ in 400-facher Ausfertigung (genau: 398 Fahrzeuge pro Tag) hergestellt wurde. Aus der Lesung wurde nun eine Werksführung, womit keiner gerechnet hatte. Ebenfalls ging es zur Produktion und zu den Warenkörben, wobei es immer wieder kleine Stopps mit interessanten Erklärungen und individueller Fragenbeantwortung gab. Irgendwann gab es eine „brenzlige“ Situation, da einige Personen hinter einen gewissen Bereich gelangt waren und die Anlage stillstand (danach, so hieß es später unabhängig davon, war man mit 5 Fahrzeugen für den Tag im Rückstand. Man kann nur vermuten, weshalb). Außerdem kam irgendwann ein Auto auf Schienen immer näher und drohte eine kleine Gruppe Menschen, mich eingeschlossen, zu zerquetschen, doch die Gefahr wurde natürlich rechtzeitig erkannt und gebannt (bzw. man wich einfach aus und die nachfolgenden mussten warten, bis das Auto „vorbeigefahren“ war).

Selbst eine gewisse Frauenquote gab es zur Verblüffung einiger Anwesender (in einem Bereich von 50 Mitarbeitern waren es immerhin 4 Frauen).

Die Lesung beginnt?

Nun ging es durch einen versteckteren Durchgang hinter diversen Maschinen (wir wurden vorgeschickt, aber dann mit einem „Hallo, hier!“ wieder zurückgerufen) einige Treppen nach oben und gelangten in einen Raum mitten in einer der Hallen, wo wir schon sehnsüchtig erwartet wurden (die Führung hatte wohl länger gedauert als geplant).

Die Lesung fing dann gegen 20:30 Uhr alsbald an. Nach anfänglichen (und teils fortwährenden) Problemen mit dem Mikrofon (Kommentar aus der Menge: „Des isch live und unplugged!“) ging es los. Man erfuhr Einiges über Gottfried Daimler; die letzte Biographie wurde laut Herrn Völker 1936 geschrieben, weswegen er sich mit seiner Frau an die jetzige machte. Vom 17.03.1834, Daimlers Geburtstag, bis hin zu seinem Todestag am 06.03.1900 wurde über sein Leben erzählt: wie und wo er aufwuchs, mit wem er zu tun hatte und wie es zu seiner Arbeit und seinen Errungenschaften kam. Es war eine sehr authentische Lesung, da immer wieder Lärm von draußen eindrang, da der Betrieb am Laufen war. Immer wieder hörte man ein Quietschen, Rattern, oder irgendwelche Wägen mit Mitarbeitern und benötigten Teilen an uns vorbeifahren, was durchaus seinen Charme hatte bezüglich des Themas.

Zahlreiche Zuhörer waren vertreten

Anschließend gab es noch eine Fragerunde, die Leiterin der Stadtbibliothek Sindelfingen, Brigitte Kraft, verteilte ein kleines Dankeschön-Geschenk an das Autorenpaar, dem Essen und Trinken, das am Rand schön aufgebaut war, wurde wieder mehr Beachtung geschenkt und es gab noch hier und da ein paar kleine Gespräche, bevor sich die Menge dann wieder in Leuchtwesten auf den Weg zurück aus der Halle zum Bus machte, der uns alle wieder dorthin beförderte, wo die Veranstaltung ihren Anfang genommen hatte.

Sehr wichtige Personen waren vertreten!

Weitere Termine „Schwäbische Erfinder & Tüftler“:

25.10.2017 19:30 Uhr
Sabine Ries: „Einfach chic! Über 40 weltberühmte Modeklassiker aus Baden-Württemberg
Wo? Webereimuseum, Corbeil-Essonnes-Platz 4, Sindelfingen. Eintritt frei
01.11.2017 19:30 Uhr
Sabine Ries: „Einfach genial! Über 40 weltberühmte Erfindungen aus Baden-Württemberg“
Wo? Oberlichtsaal, Stadtbibliothek. Eintritt frei

Fotos: Elisabeth Winkler

www.schreibarbeit2017.de

www.stadtbibliothek-sindelfingen.de

www.mercedes-benz.de/kundencenter-sindelfingen

www.facebook.com/MercedesBenzKundencenterSindelfingen/

http://www.automuseum-stuttgart.de/das-mercedes-benz-museum/

Buchtipp: „Gottlieb Daimler – ein bewegtes Leben“ von Renate Völker und Karl-Otto Völker

27 Jahre alt, Mitarbeiterin in der Sindelfinger Stadtbibliothek seit 2016. Findet gut, „auf ganz unterschiedlichen Kanälen das Interesse für Literatur zu wecken."

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