Workshop „Papierschöpfen“

Mit Spaß beim Workshop: Anna Dannecker

Was wäre eine Zeitung ohne Papier?

Bei einem Buch gibt es zwar heutzutage als weitere Möglichkeit die papierlosen eBooks, wie auch in vielen anderen literarischen Fällen (siehe dieser Blog), doch Papier an sich ist natürlich immer noch sehr wichtig, nicht nur bei der Mülltrennung.
Was wäre da naheliegender, als sich mit der Herstellung dieses Mediums zu beschäftigen im Rahmen der Literaturtage?
Ist doch Literatur etwas Überliefertes, was wir nur haben, weil ein anderer Mensch diese Form des Mediums genutzt hat, um der Gegenwart und auch der Nachwelt Dinge mitzuteilen, sei es historisch wichtig oder Gedanken anregend.

 Das Papier als Trägermedium

Die Sprache und die Schrift als Fixierung dieser brauchen ein Trägermedium, auf das man sie verfassen kann. Papier ist heutzutage das bekannteste. Früher gab es auch z.B. Papyrus oder Pergament, ja auch Schildkrötenpanzer wurden genutzt, um etwas aufzuschreiben oder zu zeichnen.
Der Erfindung des Buchdrucks sei Dank gibt es seit dem späten Mittelalter eine erhöhte Nachfrage nach Büchern, weswegen natürlich auch die Papierherstellung sehr wichtig war.

Wie wurde es früher gemacht?

In dem Workshop „Papier schöpfen“, der heute am 14.10.2017 um 14 Uhr war, ging es genau darum.

Büttenpapier, wie man dieses handgeschöpfte Papier gemeinhin nennt, war und ist ein gefragtes und auch wertvolles Papier, das man heutzutage oft verwendet, um etwas Wichtiges auszudrücken. Auch manche Grußkarten bestehen daraus.

In dem Workshop, der für Kinder von 8-10 Jahren ausgerichtet war, durften ebendiese im Oberlichtsaal direkt neben der Stadtbibliothek selbst Papier herstellen dank eines Holzrahmens, der in eine „Papiermasse“ getunkt wurde.

Station zum Schöpfrahmen bauen

Die Vorbereitungen dafür liefen schon Wochen vorher, die Idee an sich wurde von der Praktikantin der Stadtbibliothek Sindelfingen, die an der Hochschule der Medien studiert, Anna Dannecker, und der Kinderbibliothekarin Saskia Schnaufer im Sommer ausgetüftelt.
In der ganzen Bibliothek gab es Mitarbeiter, die geholfen haben, diese überaus ehrenvolle Tätigkeit als Vorbereitung für die Kinder auszuführen!

Man braucht viiiele Schnipsel….
…fügt Wasser hinzu…
…und angerichtet ist die Hexenbrühe!

Die Kinder durften erst Holzrahmen hämmern, wobei vor allem das legale Lautsein in der Bibliothek für Begeisterung sorgte. Danach ging es an die Brühe, oder auch den ekligen „Monsterschleim“ (eine erste Skepsis war also durchaus vorhanden). Das so selbst geschöpfte Papier durften sie nach der ersten Trocknung in verschiedenen Stationen noch bearbeiten, indem sie beispielsweise kleine Glitzersternchen oder andere Dinge darauf kleben konnten und hatten eine Menge Spaß. So konnte jeder sein individuelles Papier (h)erstellen und ein neues Lesezeichen oder Papier mit Wasserzeichen mit nach Hause bringen!

Fertiges Papier!

Wer Interesse daran hat: es ist gar nicht so schwer wie man vielleicht denkt, nur viel Vorarbeit, vor allem zeitlich! Einfach informieren und z.B. ein schönes Geschenk daraus machen. 🙂

Fotos von oben nach unten: Laura Haußer-Krakow (Bild 1), Saskia Schnaufer (Bild 2 und 6), Elisabeth Winkler (Bild 3-5)

27 Jahre alt, Mitarbeiterin in der Sindelfinger Stadtbibliothek seit 2016. Findet gut, „auf ganz unterschiedlichen Kanälen das Interesse für Literatur zu wecken."

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